Lloyd Loom: eine spannende Geschichte

1917: Eine amerikanische Erfindung

Die faszinierende Geschichte von Lloyd Loom beginnt 1917 in den Vereinigten Staaten während der unruhigen Zeit des Ersten Weltkrieges. Der Unternehmer Marshall Burns Lloyd produzierte damals Kinderwagen und erlebte wegen des Krieges einen starken Einbruch bei Rattanlieferungen. Als Alternative erfindet er ein Verfahren, bei dem Papier um einen Metalldraht gedreht und anschließend maschinell in große Bögen aus Papiergarn gewoben wird. Als er dieses Material bei der Produktion seiner Kinderwagen einsetzt, entdeckt er, dass dieses neue Material nicht nur viel stärker, sondern auch um einiges weicher und somit komfortabler als Rattan ist. Er nennt seine Erfindung das Lloyd Loom Verfahren.

1919: Kinderwagen

Marshall Burns Lloyd verwendet sein neues Material umgehend in seinen Kinderwagen. Die ersten Lloyd Loom-Produkte waren diese bezaubernden Kinderwagen. Dank des industriellen Produktionsprozesses auf großen Webstühlen verkürzte sich die Herstellungsdauer für Kinderwagen enorm. Zudem bot das neue Material eine Lösung für frühere Beschwerden, dass die Kinderwagen nicht bequem und nicht robust genug seien.

1922: Ein Möbel-Hype im Vereinigten Königreich

Marshall Burns Lloyd verkauft 1922 sein Patent für das Vereinigte Königreich an William Lusty, einen Londoner Händler, der aus diesem innovativen Material Möbel herstellen möchte. Lusty entwickelt eine unvergleichliche Serie an typisch englischen Möbeln, die kurz darauf im Vereinigten Königreich und restlichen Europa reißenden Absatz findet. Am Höhepunkt seines Erfolgs, in den 1930er-Jahren, fand man Lustys Lloyd Loom-Möbel in Hotels, Restaurants und Teehäusern sowie an Bord von Zeppelinen, Kreuzfahrtschiffen und hochseetüchtigen Passagierschiffen. Dadurch erlangten diese große Bekanntheit.

Die königliche Loge des Rugby-Stadions in Twickenham war von 1929-1988 mit Lloyd Loom-Sesseln ausgestattet.

Wissenswert: Der Zeppelin R100 wurde mit besonders breiten Lloyd Loom-Sesseln ausgestattet, um den Passagieren bequemes Sitzen in ihren Mänteln zu ermöglichen, da Luftschiffe damals schlecht beheizt waren.

1940: Die Katastrophe

Lustys Erfolgsgeschichte endet abrupt, als die Produktionsstätte bei einem Luftangriff 1940 getroffen wird. Da die Katastrophe sich an einem Samstag ereignet, wird glücklicherweise keiner der Mitarbeiter verletzt. Das Werk wird jedoch völlig zerstört, was das Ende der ersten großen Produktionsstätte von Lloyd Loom-Möbeln bedeutet.

In den Jahren nach der Katastrophe haben die charakteristischen Lloyd Loom-Sitzgelegenheiten nie ihren Charme verloren und die ikonischen Möbel waren nach wie vor bei Liebhabern von Innenausstattung gefragt. In England findet man Lloyd Loom-Möbel häufig bei Kunstaktionen zum Verkauf, da das stabile und langlebige Flechtwerk auch nach Jahrzehnten des täglichen Gebrauchs sein elegantes Aussehen behält.

Marilyn Monroe und ihr Ehemann Arthur Miller in einem Lloyd Loom-Sessel am Londoner Flughafen 1956.

1992: Ein Neuanfang

Das belgische Unternehmen Vincent Sheppard knüpft 1992 an diese Tradition an und lanciert das Importgeschäft von Lloyd Loom-Möbeln. Es gelingt, dem Verfahren neues Leben einzuhauchen und eine attraktive und moderne Möbelkollektion zu entwickeln. Der Erfolg ist umwerfend.

1995: Produktionsstätte im Herzen Indonesiens

Nur drei Jahre später überzeugt der durchschlagende Erfolg der Möbel Vincent Sheppard, eine eigene Fabrik in Cirebon, Indonesien, zu errichten – eine Gegend, die für ihre Tradition bei Webtechniken und Rattanbiegen bekannt ist. Da das Unternehmen keine halben Sachen machen möchte, strebt es nicht nur die Kontrolle über das Design der Möbel, sondern auch über den gesamten Produktionsprozess an. Durch die Schaffung einer eigenen Produktionsstätte wird Vincent Sheppard schlussendlich einer der sehr wenigen vertikal integrierten Lloyd Loom-Hersteller.

2006: Neue Möbelserie für den Außenbereich

Vincent Sheppard präsentiert 2006 eine Allwetter-Kollektion für den Außenbereich. Da die Nachfrage nach hochwertigen und langlebigen Möbeln für den Außenbereich zunimmt, entscheidet sich Vincent Sheppard, einige der Kultmodelle in Materialien umzusetzen, die jedem Wetter standhalten.

2013: FSC-zertifiziert

Vincent Sheppard wird 2013 für seine Anstrengungen bei der Herstellung von formschönen und umweltfreundlichen Möbeln belohnt. Das Unternehmen wird vom Forest Stewardship Council zertifiziert: ein Symbol für umweltfreundliche, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit.

Heute

Heute ist Vincent Sheppard ein florierendes, gesundes Unternehmen mit klarer Zukunftsorientierung.

Wir bauen auf unserer starken Geschichte und unschätzbaren Fachkompetenz auf, um weiterhin einzigartige und zeitlose Entwürfe anzubieten, die ein Leben lang halten. Unsere Marke verkörpert außergewöhnlichen Sitzkomfort, hohe Qualität und langlebige Materialien.

Außer dem berühmten Lloyd Loom-Flechtwerk nutzen wir zudem Materialien wie Rattan, Eiche, Buche und Teak, neben Stahl und Aluminium, was zu unseren Kernwerten Handwerk, Qualität und Design passt.